RECORDINGTAUWETTER
Alles beginnt mit einer Idee. Man wacht am Morgen auf, summt, singt, setzt sich ans Klavier und tüftelt und bastelt - hält in Noten fest, was einem so einfällt. Man improvisiert, geleitet und inspiriert von den Bildern, die über den Bildschirm flimmern - ist auf der Suche nach Auffälligem: Ein rhythmischer Schnittwechsel, ein Sonnenuntergang in flirrender Hitze. Schnee fällt und sind die passenden Melodien und Harmonien erst gefunden, geht es an die Instrumentation. Die Klangfarben der verschiedenen Instrumente und ihre Kombination sind von unsagbarer Wichtigkeit für die Klangwirkung. Und schließlich wird alles in der Paritur, dem Orchesterscore festgehalten. Ein Notenbuch von über 200 Seiten, in dem alle an der Komposition beteiligten Instrumente (weit über 70) mit Ihren Stimmen synchron untereinander aufgelistet sind und die der Dirigent zur Einstudierung und für das Dirigat benötigt.
Für den Film Tauwetter wurden aber auch die Musikerinnen und Musiker des Jungen Ensembles für neue Musik in den Produktionsprozess involviert und hatten die Gelegenheit mit Ihren Instrumenten improvisatorisch Melodien zu entwickeln, die später instrumentiert und Arrangiert wurden. Viele Themen wurden dem Orchester so regelrecht auf den Leib komponiert, was sicherlich als Beitrag für die ungeheure Klangqualität gesehen werden kann.
Doch auch Regisseur und Dirigent waren an der Erstellung des Scores beteiligt, steuerten Ideen bei, sangen zum Film, spielten Klavier und Charango oder änderten und tauschten.
Ein Score ist immer eine Gemeinschaftsproduktion bei der alle Beteiligten ihren individuellen Blick auf das Entstehen haben und darauf achten, dass am Ende auch alles funktionieren kann...
Ein Score entsteht...
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